CNC-Beitrag

Spandickenkorrektur bei kleinem ae

Warum kleiner radialer Eingriff die tatsächliche Spandicke reduziert, wie die Korrektur berechnet wird und wann fz nicht erhöht werden sollte.

8 Min. LesezeitAktualisiert: 2026-08-20NCTune CNC Toolbox
Bei kleinem radialem Eingriff erreicht die Schneide nicht den Punkt, an dem die Spandicke dem programmierten fz entspricht. Ohne Korrektur kann der Fräser auf unerwartet dünnem Span arbeiten.

Warum der Span dünner wird

Bei einem 90°-Schaftfräser hängt die maximale Spandicke vom Eingriffswinkel ab. Nahe ae = 50% des Durchmessers nähert sich hmax dem fz. Mit kleinerem ae fällt hmax unter den programmierten Zahnvorschub.

Vereinfachte Korrektur beim Umfangsfräsen

Eingriffswinkelφ = arccos(1 − 2 × ae / D)
Programmierter Zahnvorschubfz = hmax / sin(φ)

Die Annahme gilt für einen 90°-Fräser und einfachen Seiteneingriff. Für andere Einstellwinkel, Kugelfräser und komplexen Eingriff Hersteller- oder CAM-Modell verwenden.

Beispiel: Fräser 10 mm und ae = 1 mm

Bei ae/D = 10% beträgt φ etwa 36,9°. Für hmax = 0,05 mm ergibt sich ein programmiertes fz von etwa 0,083 mm/Zahn. Der Vorschub darf trotzdem nicht pauschal um 67% steigen: Leistung, Abdrängung, Eckeneingriff und Achsgrenzen bleiben zu prüfen.

Korrektur nicht blind anwenden

  • nicht pauschal bei Vollnut oder stark wechselndem ae,
  • prüfen, ob CAM den Eckenvorschub bereits verändert,
  • für den Einstellwinkel das richtige Modell verwenden,
  • Leistung, Schwingung, Spannung und Vorschubgrenzen beachten.
Zuerst kontrollierter Eingriff. Die Korrektur ist auf Bahnen mit annähernd konstantem ae am berechenbarsten.

Technische Quellen